Heizungsdruck prüfen und anpassen: So geht’s richtig
Der richtige Druck ist für Ihr Heizsystem von entscheidender Bedeutung. Wenn der Heizungsdruck nicht stimmt, kann das zu erheblichen Effizienzverlusten und im schlimmsten Fall sogar zu Schäden an Ihrer Anlage führen. Viele Hausbesitzer übersehen diesen wichtigen Wartungsaspekt, dabei ist die regelmäßige Kontrolle und Anpassung des Heizungsdrucks eine einfache Maßnahme, die jeder selbst durchführen kann und die große Auswirkungen auf die Effizienz und Lebensdauer Ihrer Heizung hat.
Warum der richtige Heizungsdruck so wichtig ist
Ein korrekt eingestellter Heizungsdruck sorgt dafür, dass das Heizwasser optimal durch alle Heizkörper und Rohre zirkulieren kann. Ist der Druck zu niedrig, erreicht das warme Wasser möglicherweise nicht alle Bereiche Ihres Heizsystems, insbesondere nicht die oberen Etagen. Dies führt zu ungleichmäßiger Wärmeverteilung und kalten Heizkörpern.
Zu hoher Druck hingegen kann die Dichtungen und Komponenten Ihrer Heizungsanlage übermäßig belasten und langfristig beschädigen. Außerdem kann es zu störenden Geräuschen wie Gluckern oder Pfeifen kommen. Die Folge sind unnötige Reparaturkosten und eine verkürzte Lebensdauer der Anlage.
Regelmäßiges Überprüfen des Heizungsdrucks sollte daher fester Bestandteil Ihrer Heizungswartung sein, besonders zu Beginn und gegen Ende der Heizsaison. Doch wie genau misst man den Druck und wie stellt man ihn richtig ein?
So lesen Sie den Heizungsdruck richtig ab
Das wichtigste Instrument zur Kontrolle des Heizungsdrucks ist das Manometer Heizung. Dieses befindet sich in der Regel direkt an Ihrer Heizungsanlage und zeigt den aktuellen Druck in bar an. Bei den meisten modernen Heizungen ist der optimale Druckbereich direkt am Manometer durch eine grüne Markierung oder einen farbigen Bereich gekennzeichnet.
Typischerweise sollte der Heizungsdruck zwischen 1,0 und 2,0 bar liegen, wenn die Anlage in Betrieb ist. Im kalten Zustand, also wenn die Heizung nicht läuft, darf der Wert etwas niedriger sein, sollte aber nicht unter 0,8 bar fallen. Bei mehrgeschossigen Häusern kann der empfohlene Druck etwas höher liegen – als Faustregel gilt hier: Pro Stockwerk etwa 0,2 bar zusätzlich.
Beachten Sie, dass bei laufender Heizung der Druck durch die Erwärmung des Wassers leicht ansteigt. Diese thermische Ausdehnung ist normal und kein Grund zur Sorge, solange der Druck innerhalb des empfohlenen Bereichs bleibt.
Heizungsdruck erhöhen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn Sie festgestellt haben, dass der Heizungsdruck zu niedrig ist, können Sie mit wenigen Handgriffen Wasser nachfüllen. Hier ist eine einfache Anleitung:
1. Schalten Sie die Heizung aus und warten Sie, bis das System abgekühlt ist. Eine Druckanpassung am heißen System kann zu falschen Messergebnissen führen.
2. Lokalisieren Sie das Füllventil Ihrer Heizungsanlage. Bei den meisten Anlagen befindet es sich direkt an der Heizung oder im unmittelbaren Umfeld. Es handelt sich dabei meistens um einen Wasserhahn mit einem Schlauchanschluss.
3. Verbinden Sie einen Heizungsfüllset mit dem Füllventil oder verwenden Sie den fest installierten Füllschlauch, falls vorhanden.
4. Öffnen Sie langsam das Füllventil und beobachten Sie dabei das Manometer. Sobald der Zeiger den gewünschten Wert erreicht (in der Regel etwa 1,5 bar), schließen Sie das Ventil wieder.
5. Nach dem Befüllen sollten Sie die Heizung wieder einschalten und entlüften, wie in unserem Artikel Luft raus, Wärme rein! beschrieben wird, da beim Nachfüllen oft Luft ins System gelangt.
Die regelmäßige Kontrolle des Heizungsdrucks kann übrigens auch Hinweise auf mögliche Probleme im System geben. Wenn der Druck häufig und schnell abfällt, könnte dies auf eine Undichtigkeit hindeuten. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Fachmann konsultieren.
Heizungsdruck zu hoch: Was tun?
Ein zu hoher Heizungsdruck kommt seltener vor als ein zu niedriger, kann aber ebenso problematisch sein. Wenn der Druck über 2,5 bar steigt, sollten Sie handeln.
Um den Druck zu reduzieren, müssen Sie Wasser aus dem System ablassen. Dies funktioniert am einfachsten über das Entleerungsventil, das sich meist am unteren Teil des Heizkessels befindet. Stellen Sie einen Eimer oder ähnliches bereit und öffnen Sie das Ventil vorsichtig, bis der Druck auf den gewünschten Wert gesunken ist.
Alternativ können Sie auch an einem Heizkörper etwas Wasser ablassen. Hierfür eignet sich das Entlüftungsventil, das sich normalerweise an der Seite eines jeden Heizkörpers befindet. Mit einem Entlüftungsschlüssel können Sie das Ventil öffnen und neben der Luft auch etwas Wasser ablassen, bis der Druck gesunken ist.
Beachten Sie jedoch: Wenn der Heizungsdruck kontinuierlich oder sehr schnell ansteigt, könnte dies auf ein technisches Problem hindeuten, beispielsweise ein defektes Ausdehnungsgefäß. In solchen Fällen sollten Sie einen Fachmann zu Rate ziehen.
Regelmäßige Heizungsdruck-Kontrolle im Jahresverlauf
Der Heizungsdruck sollte über das Jahr hinweg mehrmals kontrolliert werden. Besonders wichtig sind folgende Zeitpunkte:
Vor Beginn der Heizsaison: Stellen Sie sicher, dass der Druck korrekt ist, bevor Sie die Heizung nach dem Sommer wieder in Betrieb nehmen. Dies ist auch ein guter Zeitpunkt für eine umfassendere Wartung, wie in unserem Artikel Heizsystem für den Winter vorbereiten beschrieben.
Während der Heizperiode: Kontrollieren Sie den Heizungsdruck etwa einmal im Monat, um sicherzustellen, dass alles optimal funktioniert.
Nach Ende der Heizsaison: Bevor die Heizung für den Sommer außer Betrieb geht, sollten Sie noch einmal den Druck überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
Für diese regelmäßigen Kontrollen ist ein eigenes Druckmessgerät Heizung hilfreich, besonders wenn das eingebaute Manometer schwer abzulesen oder nicht gut zugänglich ist.
Häufige Probleme und Lösungen rund um den Heizungsdruck
Im Zusammenhang mit dem Heizungsdruck können verschiedene Probleme auftreten. Hier sind einige häufige Situationen und wie Sie damit umgehen können:
Druck fällt kontinuierlich ab: Dies kann ein Zeichen für ein Leck im System sein. Überprüfen Sie zunächst alle sichtbaren Rohre und Verbindungen auf Feuchtigkeit. Falls Sie nichts finden, sollten Sie einen Fachmann hinzuziehen.
Druck steigt über den normalen Bereich: Dies könnte auf ein defektes Ausdehnungsgefäß hindeuten. Dieses Bauteil gleicht normalerweise Druckschwankungen aus. Ein Austausch sollte von einem Fachmann durchgeführt werden.
Unregelmäßige Druckschwankungen: Wenn der Heizungsdruck stark schwankt, kann dies auf Luft im System hindeuten. Eine gründliche Entlüftung aller Heizkörper kann hier helfen.
Nach dem Befüllen ist der Druck schnell wieder niedrig: Dies könnte bedeuten, dass beim Befüllen nicht genügend Wasser nachgefüllt wurde oder dass tatsächlich ein Leck vorliegt.
Ein Heizungswartungskit, das neben einem Entlüftungsschlüssel auch Werkzeuge zum Befüllen und Druckmessen enthält, kann bei der Behebung vieler dieser Probleme hilfreich sein.
Fazit: Heizungsdruck regelmäßig prüfen spart Energie und Kosten
Die regelmäßige Kontrolle und Anpassung des Heizungsdrucks ist eine einfache, aber effektive Maßnahme, um die Effizienz Ihrer Heizungsanlage zu verbessern und ihre Lebensdauer zu verlängern. Mit den richtigen Werkzeugen und etwas Übung können Sie diese Wartungsarbeit problemlos selbst durchführen.
Denken Sie daran: Ein optimal eingestellter Heizungsdruck sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Wärmeverteilung in Ihrem Zuhause, sondern kann auch Ihre Heizkosten senken und teure Reparaturen vermeiden. Eine kleine Investition in regelmäßige Kontrollen zahlt sich also mehrfach aus.
Machen Sie die Überprüfung des Heizungsdrucks zu einem festen Bestandteil Ihrer Heizungswartung, zusammen mit anderen wichtigen Maßnahmen wie dem Entlüften der Heizkörper und der Reinigung der Thermostate. Ihre Heizung wird es Ihnen mit effizienter Leistung und geringeren Betriebskosten danken.